Hermann Bäumer, Dirigent

Der hervorragende Ruf, den Hermann Bäumer seine nicht nur solide, sondern auch äußerst kreative Arbeit seit der Saison 2004/05 als Generalmusikdirektor für das Musikleben der Stadt Osnabrück eingebracht hat, spiegelt sich nicht nur im großen Publikumszuspruch und im Lob der Fachpresse, sondern auch in einer Vielzahl von Gastdirigaten im In- und Ausland. Im August 2007 führte Hermann Bäumer sein Orchester zu Konzerten nach Teheran - damit trat zum ersten Mal seit 1979 ein westliches Orchester im Iran auf.
Der in Bielefeld geborene Hermann Bäumer begann mit sechs Jahren, Klavier zu spielen. Später erhielt er auch Violoncello- und Posaunenunterricht und studierte dann in Detmold und Leipzig Dirigieren. Von 1992 bis 2003 war er Posaunist bei den Berliner Philharmonikern, mit dessen Blechbläserensemble ihn eine langjährige Zusammenarbeit verband. Weiterhin stand Hermann Bäumer u. a. bei der Deutschen Kammerphil¬harmonie Bremen, beim Radiosinfonieorchester Oslo oder den Bamberger Symphonikern am Pult und war bei Festivals wie dem Rheingau Musik Festival und dem Heidelberger Frühling zu Gast. Besonderer Höhepunkt war eine Berliner Aufführung von Schönbergs Pierrot Lunaire mit Christine Schäfer.
Darüber hinaus ist Hermann Bäumer landesweit besonders geschätzt für seine Jugendarbeit, die sich in der Zusammenarbeit mit zahlreichen Jugendorchestern äußert wie beispielsweise mit den Landesjugendorchestern Nordrhein-Westfalen, Berlin und Rheinland-Pfalz. An der Osnabrücker Bühne erfreut sich das Jugendprogramm Moving Theatre großer Beliebtheit.
Eine besondere Affinität hat Hermann Bäumer zu außergewöhnlichem musikdramatischen Repertoire. So hatte in Osnabrück in der Saison 2005/06 Alex Nowitz' Bestmannoper unter großer Beachtung von Presse und Publikum ihre Uraufführung; und bei nicht minder großer Aufmerksamkeit stand in der Saison 2004/05 Hans-Werner Henzes Wundertheater auf dem Spielplan. Mit der NDR Radiophilharmonie nahm Hermann Bäumer 2006 August Ennas Heiße Liebe, und mit dem Iceland Symphony Orchestra Jón Leifs Edda I auf. Zu weiteren Plattenaufnahmen gehört die Ersteinspielung des besagten Wundertheater von Henze sowie die Sinfonien Nr. 1 und 2 von Karl Höller mit den Bamberger Symphonikern.
Osnabrücker Symphonieorchester

Generalmusikdirektor: Hermann Bäumer
Das Osnabrücker Symphonieorchester wurde im Jahre 1919 gegründet - nur ein Jahr nach dem Ende des 1. Weltkrieges, in einer Zeit, die geprägt war von hoher Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise. Die Gründung erfolgte auf Beschluss des Magistrats der Stadt Osnabrück und muss vor dem Hintergrund jener Nachkriegsjahre zweifelsfrei als wegweisend gewertet werden. Bis auf eine dreijährige Unterbrechung nach dem Bombenangriff im März 1944, sorgte und sorgt das Osnabrücker Symphonieorchester seither für ein reges Musikleben in der Stadt wie auch Region Osnabrück und hat sich zu einem wichtigen Kulturfaktor entwickelt.
In der reichen deutschen Orchesterlandschaft kann es sich als ein qualifizierter Klangkörper behaupten, dessen Engagement und Professionalität von Solisten wie auch Dirigenten hoch geschätzt wird. Zu seinen Gästen zählten und zählen u. a. Midori, Kolja Blacher und Baiba Skride, Lars Vogt, Bernd Glemser und Andrej Gavrilow, Colin Currie, Reinhard Goebel, Jan Vogler, Stefan Dohr, Marieluise Neunecker, Albrecht Mayer, Rabih Abou-Khalil, Anatoli Kotscherga und Anja Silja - um nur einige Künstler zu nennen.
In Anerkennung der besonderen Leistung des Osnabrücker Symphonieorchester hat der Rat der Stadt Osnabrück daher beschlossen, das Orchester mit Beginn der Spielzeit 2004/05 in den Status eines B-Orchester gem. des Tarifvertrages für Kulturorchester (TVK) zu erheben.
Besonders geprägt wurde das Osnabrücker Symphonieorchester von seinen fünf Chefdirigenten: Bruno Hegmann (1947-1965), Heinz Finger (1965-1988), Jean-François Monnard (1988-1999), Lothar Koenigs (1999-2003) und Hermann Bäumer, der in der Spielzeit 2003/04 als neuer Generalmusikdirektor berufen wurde.
Der jeweils akzentuierten Programmgestaltung dieser Orchesterleiter war bzw. ist gemeinsam, dass sie sich neben der Pflege der klassisch-romantischen Konzertliteratur sehr entschieden für die Integration zeitgenössischer Werke in den Konzertbetrieb einsetzen und besonders um die Förderung junger Komponisten bemühen.
Die Tätigkeit der heute 59 Musikerinnen und Musiker zeichnet sich durch große Vielfalt aus. Im Bereich des Musiktheaters reicht das Aufgabengebiet von der großen Oper bis zum Tanztheater, von der Operette bis zum Musical. Den Schwerpunkt der symphonischen Tätigkeit bilden acht Abonnements¬konzerte. Populäre Sonderkon¬zerte, das Konzert zum Neujahrstag, Familien- und Schulkonzerte für Groß und Klein zählen zu den weiteren Aufgaben des Osnabrücker Symphonieorchester.
Der musikpädagogischen Arbeit gilt eine besondere Aufmerksamkeit - ab der Spielzeit 2004/05 beschreitet das Orchester hier mit der Initiative „Moving theatre" neue Wege. Schülerinnen und Schüler sind zudem regelmäßiger Gast bei Orchesterproben, viele Orchestermitglieder unterrichten an den Musikschulen in Osnabrück Stadt und -Land und geben so ihr Fachwissen an junge Menschen weiter.
Kleinere Ensembles in unterschiedlicher Besetzung, die aus dem Osnabrücker Symphonieorchester rekrutieren, gestalten im übrigen Matinee-Reihen mit kammermusikalischen Programmen.
Unmittelbar mit der Arbeit des Osnabrücker Symphonieorchester verbunden ist der „Osnabrücker Musikpreis" - ermöglicht durch die Deutsche Bank Private Wealth Management (bis 2004 „Wilhelm-Weichsler-Musikpreis der Stadt Osnabrück"), der mit 7.500,-- € dotiert ist und seit 1995 alljährlich verliehen wird.
Dokumentiert wird die Arbeit des Osnabrücker Symphonieorchester durch eine Reihe von CD-Aufnahmen (Hans Werner Henze Wundertheater und Albert Lortzing Hans Sachs). Für den NDR entstanden Aufnahmen mit Preisträgern des Osnabrücker Musikpreises sowie eine Einspielung von Henzes Oper Die englische Katze, und 1997 erfolgte erstmalig die Zusammenarbeit mit DeutschlandRadio Berlin anlässlich des Sonderkonzertes „Guernica" im Rahmen der Konzertreihe „musica pro pace" der Universität Osnabrück.


