ECHO Klassik Historie
15 Jahre ECHO Klassik: Aufstieg eines international renommierten Klassikpreises...
15 Jahre ist es her, dass die Deutsche Phono-Akademie, das Kulturinstitut des Bundesverbandes Musikindustrie, den ECHO Klassik als kleinen Bruder des deutschen Musikpreises ECHO aus der Taufe hob. Durch seine Präsenz in den prominentesten deutschen Konzerthäusern, gewann er kontinuierlich an Popularität und entwickelte sich zu einem der renommiertesten Klassikpreise weltweit. Zahlreiche Weltstars nahmen den Preis persönlich entgegen und unterstrichen damit seinen internationalen Stellenwert. Am 18. Oktober 2009 wird der ECHO Klassik in der Dresdner Semperoper verliehen und das ZDF überträgt als langjähriger Partner die Gala am selben Abend ab 22.00 Uhr.
Am 24. März 1994 fiel der Startschuss für den ECHO Klassik. Im Rahmen der Kölner Popkomm wurde er erstmals als eigenständiger Preis verliehen. Damit sollte der besondere Stellenwert der Klassik betont und die Musik allgemein bekannter gemacht werden. Bereits im ersten Jahr wurden 22 Kategorien ausgezeichnet, die das breite Spektrum klassischer Musik repräsentierten. Geehrt wurden mit der zwei Kilo schweren Trophäe vom Hamburger Designer Oliver Renelt die herausragendsten Veröffentlichungen des vorangegangenen Klassikjahres.
Zwei Jahre später, 1996, begann in der Dresdner Semperoper die Zusammenarbeit mit dem ZDF und der ECHO Klassik wurde für ein größeres Publikum hör- und sichtbar. 1,26 Millionen Zuschauer schalteten die erste Fernsehübertragung ein. In den Feuilletons und der Fachpresse wurde eine beeindruckende Resonanz erzielt. Der ECHO Klassik entwickelte sich zu einem der Klassikflaggschiffe im öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramm und wechselte 2001 schließlich vom Sendeplatz im Vormittagsprogramm zur abendlichen Gala. Im ZDF-Abendprogramm verdoppelte sich die Quote und blieb seitdem auf hohem Niveau. In den vergangenen Jahren erreichte die Gala durchschnittlich jeweils über zwei Millionen Zuschauer.
Moderiert wurde die Preisverleihung über viele Jahre von der klassikbegeisterten Senta Berger. Ihr standen anfangs mit Gunther Emmerlich, Jochen Kowalski oder Roger Willemsen wechselnde Ko-Moderatoren zur Seite, von denen jeder wiederum seine persönliche Note einzubringen wusste. Senta Berger reichte die ECHO-Stafette an Maria Furtwängler weiter, die drei Jahre lang die Preisverleihung präsentierte. Im vergangenen Jahr übernahmen Natalia Wörner und Götz Alsmann als neues, glanzvolles Moderationspaar das Mikrofon. Unterstützt wurden die Moderatoren von prominenten und ebenso musikbegeisterten Laudatoren wie der Schauspielerin Martina Gedeck, Nachrichtensprecher Klaus Kleber, Hörzu-Chefredakteur Dr. Thomas Garms und Weltstar Sting. Letzterer hielt nicht nur die Laudatio für Bryn Terfel, sondern trat als erster Popsänger beim ECHO Klassik auf und präsentierte gemeinsam mit dem Lautenspieler Edin Karamazov Lieder des englischen Renaissance-Musikers John Dowland.
Im Laufe der Zeit gastierte der ECHO Klassik in den prominentesten und attraktivsten deutschen Konzerthäusern wie der Dresdner Semperoper, der Alten Oper in Frankfurt, dem Konzerthaus Dortmund und der Philharmonie im Münchner Gasteig und arbeitete mit den ansässigen Orchestern zusammen. Dabei war der Benefizgedanke stets wichtig. So unterstütze die Deutsche Phono-Akademie in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz immer wieder Förderobjekte in der Nähe des jeweiligen Veranstaltungsortes wie die Dresdner Frauenkirche, die historische Sternwarte in Hamburg und die Regensburger Alte Kapelle.
Rückblickend nahm in den vergangenen 15 Jahren das Who's who der deutschen und internationalen Klassikszene die Auszeichnung persönlich entgegen wie Sir Simon Rattle, Lord Yehudi Menuhin, Anna Netrebko, Montserrat Caballé, José Carreras, Issac Stern, Giora Feidman und Anne-Sophie Mutter. Zu den bewegenden Situationen zählen dabei Ansprachen, in denen etwa Nikolaus Harnoncourt oder Hélène Grimaud den Dank für ihre Auszeichnung mit einem Appell für die Pflege und Förderung der Musik in der heutigen Gesellschaft zu verbinden wussten. Unvergessen ist auch der 16. Oktober 2005 im Münchner Gasteig. Vor ausverkauftem Hause wurden Anne-Sophie Mutter, Anna Netrebko und Rolando Villazón mit dem ECHO Klassik geehrt. Gemeinsam hielten die Weltstars den ECHO Klassik in die Höhe und unterstrichen damit seinen internationalen Stellenwert.
Ein besonders emotionaler Moment und damit Höhepunkt der Preisverleihung war stets die Vergabe der Sonderpreise und Lebenswerkauszeichnungen. Hier lässt sich auf zahlreiche unvergessene ECHO-Momente zurückblicken: beispielsweise als der bereits erkennbar von Krankheit gezeichnete Bundespräsident Johannes Rau sein ganz persönliches Engagement für die Musik vermittelte, Dietrich Fischer-Dieskau bewies, dass ein echter Gentleman nicht zwingend englischer Herkunft zu sein braucht, Anneliese Rothenberger mit ihrem Charme und ihrer Bühnenpräsenz wahre Alterslosigkeit demonstrierte oder Montserrat Caballé mit halbstündiger Anekdoten-Erzählung zwar jede Zeitplanung torpedierte, aber das Publikum so faszinierte, dass sie mit Standing Ovations belohnt wurde.
Die internationale Popularität des ECHO Klassik sorgte dafür, dass Nachwuchskünstler erstmals auch einem größeren Publikum bekannt wurden. So nahm die internationale Karriere von Christine Schäfer, Lang Lang oder Martin Stadtfeld mit dem Gewinn des ECHO Klassik ihren Anfang. Zudem gelang es in zunehmendem Maße, mit der Kategorie „Klassik ohne Grenzen" Talente zu entdecken und zu fördern. Hier machte der Preis das Publikum aufmerksam auf Musiker und Repertoire jenseits des Gängigen und brach damit den oft engen Klassikbegriff des Publikums auf.
Natürlich gab es in 15 Jahren eine ganze Reihe Pannen wie zum Beispiel Stromaggregate, die 15 Minuten vor der Livesendung unter Absonderung riesiger schwarzer Rauchschwaden den Geist aufgaben, eine Solistin, die erst in der Generalprobe erfuhr, welches Stück sie eigentlich spielen sollte, ein Sänger des Jahres, dem der Arzt wegen einer schweren Stimmbandreizung das Singen verboten hatte und ein eigentlich nicht vorgesehenes Handmikrofon, womit sich ein Preisträger eine mehrminütige, nicht eingeplante Dankesrede ergatterte.
Am 18. Oktober 2009 kehrt der ECHO Klassik zurück in die Dresdner Semperoper, einem kulturpolitisch wichtigen Standort von Weltrang. Viele nationale und internationale Künstler gastierten in der Semperoper und hier begann 1996 die überaus erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem ZDF. Natalia Wörner und Götz Alsmann moderieren die diesjährige Gala. Die auftretenden Preisträger werden von der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter der Leitung ihres Generalmusikdirektors Fabio Luisi begleitet. Das ZDF überträgt die Veranstaltung am selben Abend um 22.00 Uhr.
Die Deutsche Phono-Akademie ist in 15 Jahren ECHO Klassik ihrem Anliegen, das Interesse einer breiten Öffentlichkeit an klassischer Musik zu stärken, ein großes Stück näher gekommen. Dieses Bestreben untermauert auch der diesjährige Nominierungsrekord: 51 Labels schickten rund 460 Tonträger ins Rennen und Künstler aus über 30 Nationen hofften auf die Auszeichnung. Ausgezeichnet werden in diesem Jahr u.a. Elīna Garanča, Christian Gerhaher, David Fray, Sylvain Cambreling und Plácido Domingo. Künstler wie diese beflügeln den Klassikmarkt: Während es in den Jahren 2002 bis 2005 nur vier Klassikprodukte in die Album-Charts schafften, waren es von 2006 bis 2009 mit 42 schon mehr als zehn Mal so viele. Der ECHO Klassik ist zentraler Bestandteil dieses Erfolgs.
15 Jahre ECHO Klassik: Eine Rundreise durch Deutschland!
In folgenden Städten fand die ECHO-Klassik-Gala in den letzten 15 Jahren statt:
24.03.1994 Köln, Flora Köln
30.03.1995 Hamburg, Rathaus Stadt Hamburg
15.09.1996 Dresden, Sächsische Staatsoper Dresden
14.09.1997 München, Prinzregententheater München
25.10.1998 Hamburg, Laeiszhalle - Musikhalle Hamburg
24.10.1999 Weimar, Deutsches Nationaltheater Weimar
22.10.2000 Berlin, Schauspielhaus am Gendarmenmarkt
30.09.2001 Baden-Baden, Festspielhaus Baden-Baden
13.10.2002 Frankfurt, Alte Oper Frankfurt
26.10.2003 Dortmund, Konzerthaus Dortmund
24.10.2004 München, Philharmonie im Gasteig
16.10.2005 München, Philharmonie im Gasteig
22.10.2006 München, Philharmonie im Gasteig
21.10.2007 München, Philharmonie im Gasteig
19.10.2008 München, Philharmonie im Gasteig
18.10.2009 Dresden, Semperoper - Sächsische Staatsoper Dresden