Daniel Hope
Daniel Hope kam 1974 in Durban (Südafrika) zur Welt. Als er ein halbes Jahr alt war, erhielt sein Vater, der angesehene Romancier, Dichter und Kämpfer gegen die Apartheid Christopher Hope, endlich ein Ausreisevisum. Die Familie ging zunächst nach Paris, dann nach London, wo Daniels Mutter Eleanor von Yehudi Menuhin als Sekretärin engagiert wurde. Später war sie vie-le Jahre Managerin des berühmten Geigers und Dirigenten.
1978
Daniel Hope erhält ersten Geigenunterricht bei Sheila Nelson in London, die er einmal »die vermutlich größte Musikpädagogin für Kinder« nannte
1984
Beginnt Studium am Royal College of Music bei Itzhak Rashkovsky, Felix Andrievsky und Grigory Zhislin; im britischen Fernsehen spielt er Schostakowitsch mit dem Kontra-bassisten Gary Karr
1985
Einladung von Menuhin, mit ihm die Bartók-Duos für das deutsche Fernsehen aufzufüh-ren; es ist der Beginn einer langjährigen musikalischen Partnerschaft, während der die beiden Geiger mehr als 60 gemeinsame Konzerte geben
1992
Beginnt an der Royal Academy of Music ein Studium bei Zakhar Bron (bis 1998), Schü-ler von David Oistrakh sowie Mentor von Vadim Repin und Maxim Vengerov
1995
Spielt die Erstaufführung von Douglas Jarmans kritischer Ausgabe des Violinkonzerts von Berg, die 150 Kopistenfehler korrigiert; arbeitet mit Toru Takemitsu, dessen Violin-konzert Nostalghia er später aufnimmt
1996
Schließt sein Studium an der Royal Academy of Music mit einem Master-Diplom ab
1999
Führt bei Yehudi Menuhins letztem öffentlichen Auftritt das Violinkonzert von Schnittke in der Düsseldorfer Tonhalle auf
2000
Springt kurzfristig für Nigel Kennedy ein, um als Geiger und Dirigent vor 20 000 Zuhö-rern auf dem Münchner Königsplatz aufzutreten
2001
Der Londoner Evening Standard wählt Hope zum »Klassischen Interpreten des Jahres«
2002
Wird als jüngster Musiker überhaupt Mitglied des legendären Beaux Arts Trio, mit dem er alljährlich in allen Musikmetropolen Europas und Nordamerikas auftritt; spielt in Ber-lin die Uraufführung von Jan Müller-Wielands Violinkonzert Ballad of Ariel, einem der vielen Werke, die er regelmäßig bei jungen Komponisten in Auftrag gibt
2003
Spielt in London die Uraufführung von Schnittkes neu entdeckter Sonate 1955
2004
Beginnt seine Arbeit beim Savannah Music Festival als Artist-in-residence, u. a. mit der Konzeption und Aufführung von »An Audience with Beethoven« mit der Schauspielerin Mia Farrow, für die er einen Text schreibt, und dem Beaux Arts Trio; später im Jahr er-nennt das Festival ihn offiziell zum Stellvertretenden Künstlerischen Direktor, seine Amtszeit reicht bis 2009; bei den Classical Brit Awards in London wird Hope zum »Jun-gen Künstler des Jahres« gekürt. Seine CD mit den Violinkonzerten von Britten und Berg (Ersteinspielung von Douglas Jarmans kritischer Ausgabe) wird mit dem Classical Brit Award, dem Deutschen Schallplattenpreis und einem Echo-Preis ausgezeichnet
2005
Beim Savannah Music Festival spielt er die Uraufführung des Violinkonzerts Abraham, das Roxanna Panufnik für ihn schrieb, und präsentiert die erste Aufführung seines Pro-gramms East Meets West mit dem indischen Sitar-Meister Gaurav Mazumdar; Auftritt in Dachau anlässlich des 60. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers; wirkt bei Konzerten zum 50. Geburtstag des Beaux Arts Trio mit und spielt im Rahmen ihrer re-gelmäßigen Zusammenarbeit mit dem Pianisten Menahem Pressler sämtliche Violinsona-ten von Beethoven; wird für zwei Grammys nominiert und gewinnt einen Echo-Preis
2006
Auftritte u. a. mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France, London Philharmonic Orchestra, Orchestre National de France, City of Birmingham Symphony Orchestra, Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Gulbenkian Foundation Orchestra, Los Angeles Chamber Orchestra; Recital-Tournee in Deutschland. Gewinnt im dritten Jahr in Folge einen Echo-Preis. Beginnt die Zusammenarbeit mit Stewart Copeland, dem legendären Schlagzeuger von The Police
2007
Daniel Hope unterzeichnet einen Exklusivvertrag mit der Deutschen Grammophon Ge-sellschaft; Konzertengagements u. a. beim Philharmonischen Staatsorchester Hamburg, Nederlands Philharmonisch Orkest (in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Tan Dun), BBC Symphony Orchestra, City of Birmingham Symphony Orchestra, den Symphonie-orchestern von Boston, Chicago und des schwedischen Rundfunks sowie Sinfonia Var-sovia und Orquesta Sinfónica de Barcelona; ausgedehnte Tourneen mit dem Beaux Arts Trio in Europa und Nordamerika; bei Auftritten in ganz Deutschland mit dem Schauspie-ler Klaus Maria Brandauer werden Texte von Dietrich Bonhoeffer rezitiert und ihr jüngs-tes Projekt, »War and Pieces«, vorgestellt; Recitals in Wien, Graz, Berlin (Philharmonie und - mit Werken von Komponisten aus dem Konzentrationslager Theresienstadt - bei den Jüdischen Kulturtagen), Amsterdam, London, Bilbao und New York (Lincoln Cen-ter). Auftritte bei den Festivals von Santa Fe, Tanglewood, Ravinia, Bloomington (India-na), den BBC Proms und beim Beethovenfest Bonn; Kammermusik im New Yorker 92nd St. »Y«. Dritte Grammy-Nominierung für das Beaux Arts Trio (Klaviertrios von Schostakowitsch); letzte Tournee des Trios. Hopes erstes Buch, Familienstücke. Eine Spurensuche, erscheint bei Rowohlt sowie als Hörbuch bei Deutsche Grammophon. Auf-tritt beim Ocean Sun Festival in Zusammenarbeit mit Hapag-Lloyd. In seiner ersten Auf-nahme für Deutsche Grammophon ist er mit Mendelssohns Violinkonzert e-moll (Erst-einspielung der Originalfassung von 1844), dem Streichoktett (Ersteinspielung der revidierten Edition) und drei Liedern zu hören; Hope wirkt zudem bei Anne Sofie von Otters Album Theresienstadt mit, das Musik jüdischer Komponisten aus dem Konzentra-tionslager Theresienstadt vorstellt. Beide Projekte werden im Sommer erscheinen. Seine Aufführung von Elgars Violinkonzert mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra unter Sakari Oramo anlässlich des 150. Geburtstags des Komponisten wird vom Chica-goer Rundfunksender WFMT ausgestrahlt, die Live-Aufnahme erscheint im Herbst als Download in der Serie DG Concerts


