„Classica Cubana"
Es ist eine Liebeserklärung an Kuba, eine Hommage an die Tres als „das" kubanische Nationalinstrument. Und es ist eine Erinnerung an Maria Eugenia, die viel zu früh verstorbene Ehefrau: Pancho Amat ist der berühmteste kubanische Tres-Spieler, und er präsentiert mit dem kubanischen Gitarristen Joaquín Clerch die Musik seiner karibischen Heimat.
Als „Cubana Classica" haben die beiden weltbekannten Musiker mit Freunden ein Programm entwickelt, das höchst eindrucksvoll die Rhythmen und Stimmungen Kubas nach Europa trägt.
Die Tres ähnelt einer kleinen Gitarre und ist bespannt mit drei Saitenpaaren, die mit einem Plektron angeschlagen werden. Zuerst fand das Instrument auf den Zuckerplantagen Verbrei¬tung, dann trat es seinen Siegeszug durch die Dörfer und Städte Kubas an und ist nun ein fester Bestandteil der kubanischen Volksmusik. Der Son Cubano, ein traditioneller Musikstil, spielt dabei eine zentrale Rolle, aber auch Rumba, Chachacha und Mambo sind in dem Programm zu hören.
Pancho Amat ist der weltweit führende Tres-Spieler. Er entlockt dem Instrument einen unvergleichbar transparenten Klang, versteht es aber auch die Dynamik fein abzu¬stufen. Die Tres, ein Geschenk seines Vaters in Kindertagen, wurde sein Freund, mit ihr lernte er Land und Leute kernen, durch sie fand er seine große Liebe und er traf mit ihr Joaquín Clerch, sein musikalisches Spiegelbild an der Gitarre.
Das Ensemble wird bei einigen Stücken zum Quintett erweitert, wobei Anette Maiburg mit ihrem weichen, einfühlsamen und ungemein geschmeidigen Flötenton den klassischen europäischen Gegenpol zu Omar Rodriguez Calvo (was für Kontrabass-Soli!) und Alexander Raymat, Percussion, bietet. Ein ebenso unterhaltsames wie erfrischendes Programm.
Anette Maiburg
Ihre Karriere begann sie ganz klassisch: Flötistin beim Philharmonischen Orchester Hagen, Tourneen und Einspielungen mit den Bamberger Symphonikern sowie dem Kölner Rundfunksymphonie Orchester des WDR und dem Orchester der Beethovenhalle Bonn. Dazu kam eine Lehrtätigkeit an den Musikhochschulen in Köln und Lübeck, wo sie künstlerische Hauptfachklassen unterrichtete.
Doch dann begegnete Anette Maiburg den Musikern des Trio Voyage, die Programme vom Barock bis hin zum Jazz gestalteten. Angeregt durch die außergewöhnliche Besetzung Flöte, Gitarre und Bass beschäftigte sie sich nun auch mit Improvisation und neuen Klangmöglichkeiten auf ihrem Instrument.
Später traf sie dann auf den kubanischen Gitarristen Joaquín Clerch. Nachdem sie mit ihm zuerst eine Zeit lang im Duo vorwiegend klassische Musik gespielt hatte, lag es nahe, auch die kubanische Folklore mit einzubeziehen.
Gemeinsam beschloss man, eine neue Klangkombination für diese traditionell von der Gitarre und Perkussionsinstrumenten geprägten Musik zu entwickeln. Heute spielt Anette Maiburg mit Pancho Amat, einem der führenden Instrumentalisten des kubanischen Trés und Joaquín Clerch in der Formation Classica Cubana. Der kubanische Son sowie Rumba, Chachacha und Mambo prägen die Programme der kreativen Gruppierung.
Dabei ist Anette Maiburg immer ihren Wurzeln treu geblieben. Die europäische Klassik spielt weiterhin eine Rolle in ihrer künstlerischen Tätigkeit. Davon zeugen ihre hochgelobten Auftritte mit der Harfenistin Ute Blaumer (Duo d'Âmes) und mit den Ausnahmemusikern Henri Sigfridsson (Klavier) und Guido Schiefen (Violoncello) (Trio con flauto).
Mit ihren verschiedenen Ensembles ist Anette Maiburg bei den wichtigen deutschen Festivals wie dem Rheingau Festival, den Weilburger Schlosskonzerten, den Moselfestspielen und Melos Logos in Weimar aufgetreten. Darüber hinaus wirkte sie bei „Young Artists in Concert" und dem Musik Festival Davos mit.
Seit 2005 hat die engagierte Musikerin außerdem die künstlerische Leitung des Niederrhein Musikfestivals inne, das unter dem Motto „Klänge, Sprache, Farbe" Musik mit Malerei und Literatur in Beziehung setzt. Anette Maiburg gibt regelmäßig Meisterkurse, u.a. im Haus Marteau (gemeinsam mit Andrea Lieberknecht), beim Bayerischen Tonkünstlerverband (Musikakademie Hammelburg) und beim Meisterkursfestival „Konturen" in Brühl. CDs mit der Flötistin, die ihre Ausbildung an der Robert Schumann-Hochschule in Düsseldorf erhalten hat, liegen bei Ambitus vor.
Joaquín Clerch

Der aus Kuba stammende Gitarrist Joaquín Clerch wurde am 8. August 1965 in Havanna geboren, wo er Jahre später die höchste künstlerische Auszeichnung der kubanischen Regierung, „La orden por la cultura nacional", erhielt. Schon sein Lehrer am Salzburger Mozarteum, Eliot Fisk, zeigte sich überzeugt, dass „Joaquín Clerch sicher einer der führenden Gitarristen, wenn nicht sogar der führende Gitarrist seiner Generation weltweit ist".
Doch zunächst studierte Joaquín Clerch in seinem Heimatland Kuba Gitarre, Musik und Komposition und schloss seine Studien an der Hochschule der Künste im Jahre 1989 ab.
Ab 1990 setzte der junge Musiker seine Ausbildung an der Universität Mozarteum in Salzburg bei Eliot Fisk (Gitarre) und Nikolaus Harnoncourt (Alte Musik) fort. Nikolaus Harnoncourt war von der Musikalität und besonderen Inspiration des jungen Gitarristen begeistert: „Joaquín Clerch ist ein außergewöhnlich begabter Musiker. Abgesehen von seinem technisch hervorragenden und sehr poetischen Gitarrespiel ist auch seine geistige Auseinandersetzung mit den Problemen der Aufführungspraxis und des Musizierens außerordentlich."
Ein Jahr später beendete Joaquín Clerch seine Ausbildung in Salzburg mit Auszeichnung und erhielt vom Österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung den Würdigungspreis für besondere künstlerische Leistungen.
Als Solist spielte er mit Orchestern wie dem Sinfonieorchester des Bayrischen Rundfunks, dem Orquesta Sinfónica Nacional de España, dem Orquesta Nacional de Cuba, der Filarmónica de Bogotá, der Stuttgarter Philharmonie und dem Mozarteum Orchester Salzburg.
Joaquín Clerch hat alle wichtigen Gitarrenwettbewerbe wie Andres Segovia in Granada, Heitor Villa-Lobos in Rio de Janeiro, Primavera de la guitarra in Charleroi / Brüssel und den Internationalen ARD-Wettbewerb in München gewonnen.
Seit 1999 ist der hochkarätige Musiker Professor für Gitarre an der Robert Schumann-Hochschule in Düsseldorf und neben seiner Konzerttätigkeit auch als Komponist tätig. Sein „Concierto 1" für Gitarre und Orchester ist im Jahre 2001 entstanden.
Sein Gitarrenspiel führte ihn in viele Städte und wichtige Konzertsäle der Welt wie das Concertgebouw in Amsterdam, Palacio de la Musica, Barcelona, Theatre Royal de la Monnaie, Brüssel, Alte Oper in Frankfurt, Auditorio Manuel de Falla in Granada, Teatro Nacional, Havanna, Cemal Resit Rey in Istanbul, die Kölner Philharmonie, das Brucknerhaus in Linz, Auditorio National de Musica in Madrid, die Münchener Philharmonie, Radio France Paris, Beijing Concert Hall in Peking und das Wiener Konzerthaus.
Pancho Amat
ist Interpret, Arrangeur und Komponist - er kombiniert sein tief in der Tradition kubanischer Musik fundiertes Wissen mit enormer Spielfreude und Kreativität.
Geboren wurde er 1950 in Güira de Melena in der Provinz Havanna. 1971 promovierte er an der Universität von Havanna in Pädagogik. Im gleichen Jahr gründete Pancho die Band „Manguarè", die er über 17 Jahre lang leitete. Nebenbei studierte er am Konservatorium „Ignacio Cervantes" Klassische Gitarre und absolvierte weiterführende Kurse in Harmonielehre und Orchestrierung.
Seit einigen Jahren widmet sich Pancho verstärkt seinem Sextett „El Cabildo del Son", das zu Recht als das Aushängeschild des Son Cubano gilt - das typischen Sounds Kubas.
Alexander Raymat - Percussion
wurde 1976 in Kuba geboren und entdeckte mit 8 Jahren seine Liebe zum Schlagzeug. Nach seinem Studium spielt er während seiner Militärausbildung in der „Banda de Ceremonia" und der „Banda Nacional de Consierto". Danach trat er mit bedeutenden Musikern der kubanischen Musikszene wie Cesar Portillo de Luz, Ramses Rodriguez und Raul Pineda zusammen auf.
2001 kam er nach Deutschland. Er wirkte bei Projekten der Düsseldorfer Sinfonikern mit und konzertierte zusammen mit Daniel Martinez bei „LABANA" und spielt zusammen mit Marcos Ilukan im „Mirta Junco Trio" und im „Tanda Major"."
Omar Rodriguez Calvo - Kontrabass
wurde 1973 in Matanzas, Kuba geboren und begann 1984 sein Musikstudium (Kontrabass) in der E.V.A.
Von 1988-1994 setze er sein Musikstudium in Havanna in der E.N.A. und dem I.S.A. fort und belegte u. a. die Fächer Kontrabass, E-Bass, klassische Musik, Jazz und popular Musik.
In der Zeit spielte er mit Argelia Fragoso, Carlos Maza und Ramon Valle.
1994 zog er nach Hamburg und spielte seitdem in Deutschland, Europa und weltweit mit Joe Gallardo, Nils Landgren, Ramon Valle, Julio Barreto, Horacio "El Negro" Hernandez, Perico San Beat, Roy Hargrove, Eric Vloeimans, Mike Stern, Gabor Winand, "Orange Blue", Frank Emilio Flynn, NDR Bigband, Gerardo Nuñez, Cuarteto Chanchullo, Martin Tingvall, Joja Wendt, Jureck Lamorski, Bobby Shew, Enrique Heredia "El Negri", hr Bigband und vielen anderen.


