Anne-Sophie Mutter
»Anne-Sophie Mutter hat es fertiggebracht, durch ihr Vorbild und Beispiel, eine Ära grossen, meisterhaften, expressiven Geigenspiels zu eröffnen!«
Anne-Sophie Mutter wurde im badischen Rheinfelden geboren. Sie begann ihre internationale Karriere als Solistin bei den Musikfestwochen Luzern 1976 und gab im Jahr darauf bei den Pfingstkonzerten unter Leitung Herbert von Karajans ihr Salzburg-Debüt. Es folgten erste Auf-tritte in den USA (1980), Japan (1981) und Russland (1985). Mit 14 Jahren machte sie ihre erste Einspielung für Deutsche Grammophon: Mozarts Violinkonzerte Nr. 3 und 5 mit Herbert von Karajan und den Berliner Philharmonikern; es folgten Aufnahmen mit Konzerten von Beethoven (1985), Brahms (1982, 1983), Bruch (1981) und Mendelssohn (1980, 2008).
Große Bedeutung hat für Anne-Sophie Mutter die Arbeit an medizinischen und sozialen Proble-men unserer Zeit. Sie unterstützt diese Anliegen durch regelmäßige Benefizkonzerte. Anne-Sophie Mutter wurde mit vielen hohen Auszeichnungen geehrt. Sie ist Trägerin des Bundesver-dienstkreuzes 1. Klasse, des Bayerischen Verdienstordens, der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg und des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst. 2002 erhielt sie den Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst und den Kulturellen Ehrenpreis der Landeshauptstadt München. 2003 verlieh ihr das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst die Auszeichnung »Pro Meritis Scientiae et Litterarum«. 2005 ernannte sie der französische Kultusminister zum »Officier de l'Ordre des Arts et des Lett-res«. 2006 erhielt sie in Straßburg den Klassikpreis der Victoires de la Musique und 2008 den internationalen Ernst von Siemens Musikpreis, dessen Preisgeld zur Hälfte an die Anne-Sophie Mutter Stiftung ging, die es sich zum Ziel gemacht hat, die weltweite Förderung des musikali-schen Spitzennachwuchses zu stärken. Im selben Jahr wurde Anne-Sophie Mutter für ihre »ein-zigartige Musikalität und Interpretationskunst und ihren unermüdlichen Einsatz für die klassi-sche Musik« der Leipziger Mendelssohn-Preis verliehen. Ihre Aufnahmen wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
1986
Berufung auf den internationalen Lehrstuhl für Violinstudien an der Royal Academy of Music in London. Uraufführung von Lutosławskis Chain 2 mit dem Collegium Musicum Zürich unter Leitung von Paul Sacher, dem das Werk gewidmet ist
1987
Gründet die Rudolf-Eberle-Stiftung, die junge Streicher europaweit fördert. Dieser Stif-tung wird im Herbst 1997 der in München beheimatete Freundeskreis der Anne-Sophie Mutter Stiftung zur Seite gestellt
1988
Bringt Norbert Morets En rêve zur Uraufführung; ihre Aufnahme des Werks erscheint 1991. Veröffentlichungen: Violinkonzerte von Strawinsky und Tschaikowsky sowie Lu-tosławskis Chain 2 und Partita for violin, piano and orchestra. Ausgedehnte Recital-Tournee durch Kanada und die USA
1990
Das in London und Stuttgart stattfindende Anne-Sophie Mutter Festival zeigt mit Wer-ken vom Barock bis zur zeitgenössischen Avantgarde die Vielseitigkeit der Künstlerin
1991
Aufnahme und Veröffentlichung von Bartóks Violinkonzert Nr. 2
1992
Auftritte bei den Festivals von Tanglewood und Ravinia in den USA. Uraufführung von Wolfgang Rihms Gesungene Zeit; die Aufnahme des Werks erscheint zusammen mit dem Violinkonzert von Alban Berg (Internationaler Schallplattenpreis Frankfurt 1993; Grammy, Edison, Classic CD Awards 1994; Golden Harmony Award 1995)
1993
Veröffentlichung der CD Carmen-Fantasie mit Levine und den Wiener Philharmonikern
1994
Uraufführung von Sebastian Curriers Aftersong mit Lambert Orkis in Kiel
1995
Uraufführung von Pendereckis Metamorphosen mit dem Leipziger MDR Sinfonieorches-ter unter Leitung von Mariss Jansons. Veröffentlichung des Violinkonzerts und anderer Werke von Sibelius mit der Staatskapelle Dresden unter Leitung von Sir André Previn (CD Compact Award, Barcelona, 1996; Edison Award 1997)
1996
Veröffentlichung des Berlin Recital mit dem Pianisten Lambert Orkis
1998
Widmet sich ausschließlich Beethovens Violinsonaten, die sie weltweit mit Orkis auf-führt (Echo-Preis 1999; Grammy 2000). Zu den weiteren Veröffentlichungen gehört die Ersteinspielung von Pendereckis ihr gewidmetem Zweiten Violinkonzert; der Komponist selbst dirigiert das London Symphony Orchestra (Grammy 1999)
1999
Veröffentlichung von Vivaldis Vier Jahreszeiten mit Mutter als Solistin und Dirigentin der Trondheim Soloists (Amadeus Music Award, Golden Harmony Award 2000)
2000
Projekt mit dem Titel Back to the Future: eine Retrospektive großer Violinwerke des 20. Jahrhunderts mit Konzerten in den USA und Europa sowie der Veröffentlichung einer CD. Tournee und Aufnahme von Recital 2000 - Werke von Prokofjew, Crumb, Webern und Respighi mit Orkis (CD Compact Award, Barcelona, 2000). Uraufführung der in ihrem Auftrag entstandenen Violinsonate von Penderecki
2001
Aufführung von Mozarts sämtlichen Violinkonzerten an zwei Abenden als artist-in-residence in der New Yorker Carnegie Hall sowie mit den Wiener Philharmonikern, die sie dabei selbst führt, in Wien und Deutschland
2002
Aufnahmen von Gershwin, Brahms, Fauré und Kreisler sowie von Tango Song and Dan-ce, das Previn für sie komponiert hat. Auf Tournee durch Deutschland und die Schweiz spielt sie mit Orkis und Lynn Harrell Klaviertrios von Beethoven, Brahms und Mendels-sohn. Uraufführung des von Previn für sie geschriebenen Violinkonzerts »Anne-Sophie«; bei der Ersteinspielung leitet der Komponist selbst das Boston Symphony Orchestra (Grammy 2005). Spielt in London die stürmisch gefeierte Uraufführung des ihr gewid-meten Sur le même accord von Henri Dutilleux und nimmt es mit Kurt Masur und dem Orchestre philharmonique de Radio France auf (Echo-Preis 2005 »Welt-Ersteinspielung des Jahres«). Beethoven-Konzert mit Masur und den New Yorker Philharmonikern; die Aufnahme erhält 2002 einen CD Compact Award, Barcelona, und 2003 einen Echo-Preis. Spielt und leitet die fünf Mozart-Konzerte mit den Wiener Philharmonikern bei den Salzburger Festspielen
2003
Deutschland-Tournee mit den Münchner Philharmonikern unter Leitung von Previn und Europa-Tournee mit Previn und Harrell. Aufführungen von Previns Violinkonzert mit den Osloer Philharmonikern unter der Leitung des Komponisten in zahlreichen europäi-schen Städten. Die CD Tango Song and Dance stellt das Programm einer Europa-Tournee mit Orkis vor. Aufführungen und Einspielung des Tschaikowsky-Konzerts mit Previn und den Wiener Philharmonikern. Ebenfalls unter Previns Leitung spielt sie in Berlin Beethovens Violinkonzert mit den Berliner Philharmonikern. Veröffentlichung: Bernsteins Serenade mit dem London Symphony Orchestra und Previns Violinkonzert mit dem Boston Symphony Orchestra unter der Leitung von Previn
2004
Auftritte mit vielen der größten Orchester und Dirigenten der Welt. Auf dem Programm stehen zeitgenössische Werke, die für sie komponiert oder ihr gewidmet sind - von Du-tilleux (Sur le même accord, u. a. nordamerikanische Erstaufführung), Lutosławski (Par-tita, Interludium, Chain 2), Rihm (Gesungene Zeit) und Previn (Violinkonzert »Anne-Sophie«) -, aber auch traditionelle Konzerte und Kammermusik. Veröffentlichung: Kon-zerte von Korngold und Tschaikowsky mit Previn und dem London Symphony Orchestra bzw. den Wiener Philharmonikern (Echo-Preis 2005 »Instrumentalistin des Jahres«)
2005
Die Spielzeit 2005/06 bietet eine umfassende Hommage an Mozart: Anne-Sophie Mutter spielt und leitet die fünf Konzerte und die Sinfonia concertante (mit Yuri Bashmet) mit der Camerata Salzburg und dem London Philharmonic Orchestra; mit Orkis spielt sie die Violinsonaten auf einer Welttournee; mit Previn und Müller-Schott führt sie Mozarts Klaviertrios in Europa auf. Darüber hinaus spielt sie Violinkonzerte von Beethoven, Pre-vin und Korngold mit dem London Philharmonic Orchestra und den Osloer Philharmoni-kern unter der Leitung von Previn sowie Beethoven mit dem London Philharmonic Or-chestra unter Masur
2006
Auftritte mit dem London Philharmonic Orchestra und Masur (Beethoven) in Großbri-tannien, Irland und den USA; mit dem Ensemble Intercontemporain und Pierre Boulez (Rihm: Gesungene Zeit) in der Schweiz; mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart und Previn (Beethoven) in Stuttgart. Beim Lucerne Festival feiert sie das 30-jährige Jubiläum ihres Konzertdebüts mit Recitals, begleitet von Orkis: Auf dem Programm stehen Violin-sonaten von Mozart, die sie auch in ganz Europa, den USA und Fernost aufführt. Bei weiteren Konzerten im Rahmen des Mozart-Jahres leitet sie das Tivoli Symphony Or-chestra, das London Philharmonic Orchestra und das Guangzhou Symphony Orchestra. Veröffentlichungen: Klaviertrios von Mozart mit Previn und Müller-Schott (Record Aca-demy Prize, Tokyo, 2006) sowie auf 4 CDs Violinsonaten des Komponisten mit Orkis; auf DVD: jeweils ein Doppel-Album mit Mozarts Violinkonzerten und den Violinsona-ten
2007
Konzerte mit Previn und den Wiener Symphonikern, dem Concertgebouw Orchester so-wie dem London Symphony Orchestra in Europa; mit Masur und dem Orchestre national de France in Paris und Madrid (Previns Konzert »Anne-Sophie«); und mit Maazel und den New Yorker Philharmonikern (Berg) in New York. Auf Europatournee leitet sie die Trondheim Soloists in einem Bach-Programm; weitere Aufführungen von Mozarts Vio-linsonaten mit Orkis in Deutschland und der Schweiz. Uraufführung von Previns Konzert für Violine und Kontrabass mit Roman Patkoló und dem Boston Symphony Orchestra unter Leitung des Komponisten; Uraufführung von Sofia Gubaidulinas Violinkonzert In tempus praesens mit den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle beim Lucerne Festival. Veröffentlichungen: Simply Anne-Sophie - eine imponierende Zusammenstel-lung aus ihren Aufnahmen für Deutsche Grammophon, eine 5-DVD-Box mit Mozarts Violinkonzerten, Violinsonaten und Klaviertrios sowie eine DVD mit den Klaviertrios
2008
Am Beginn des Jahres steht ein Wohltätigkeitskonzert mit den Berliner Philharmonikern unter Ozawa, mit dem sie eine Europatournee anlässlich des 100. Geburtstags Herbert von Karajans unternimmt. In der Doppelfunktion als Solistin und Dirigentin geht sie mit der Camerata Salzburg auf USA-Tournee und mit den Trondheim Soloists auf Fernost-Tournee (Bachs Violinkonzert Nr. 2, Vivaldis Vier Jahreszeiten). Darüber hinaus ist sie mit Orkis auf USA-Tournee und gibt mit ihm Konzerte in Deutschland, Dänemark, Zü-rich und Wien (Brahms' Violinsonaten). Veröffentlichung ihres Albums mit Bachs Kon-zerten BWV 1041 & 1042 mit den Trondheim Soloists gekoppelt mit der Welt-Ersteinspielung des ihr gewidmeten Violinkonzerts von Gubaidulina In tempus praesens mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung von Gergiev. Erhält den Leipzi-ger Mendelssohn Preis und den Ernst von Siemens Musikpreis
2009
Erstaufführung in Deutschland und Spanien von Gubaidulinas In tempus praesens. Tour-nee in Deutschland und in der Schweiz mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR unter Previn; spielt Mendelssohns Violinkonzert in New York mit dem New York Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Masur, auf Europatournee mit den Osloer Philharmonikern unter Saraste, Konzerte in Kanada mit dem Orchestre symphonique de Montréal unter Frühbeck de Burgos und in San Francisco mit dem San Francisco Sym-phony Orchestra unter Tilson Thomas. In der Carnegie Hall Uraufführung von Previns Klaviertrio mit Previn und Harrell und von Previns Konzert für Violine und Viola mit Bashmet und dem Orchestra of St. Luke's unter Previns Leitung. Veröffentlichung der Aufnahme von Mendelssohns Violinkonzert mit dem Gewandhausorchester Leipzig un-ter Masur und Kammermusikwerken von Mendelssohn begleitet von Previn und Harrell


